Kraft des Wir

MeTAzeit

Bewegung, Achtsamkeit und Meditation im Alltag

Wie können Menschen auch in herausfordernden Situationen gesund, aufmerksam und handlungsfähig bleiben? MeTAzeit setzt bei dieser Frage an. Das Gesundheits- und Bildungsprogramm verbindet Meditation, Training und Achtsamkeit, um die körperliche und mentale Gesundheit sowie eine bewusste Lern- und Beziehungskultur zu stärken.

MeTAzeit wurde 2019 von Tina Schütze-Fulton als Pilotprogramm an Berliner Schulen gestartet. Seit der Gründung der MeTAzeit gGmbH im Jahr 2020 wird der Ansatz als bundesweites Schulprogramm weiterentwickelt.

Die Grundidee: Regelmäßige, kurze Übungen helfen Kindern, Jugendlichen und pädagogischen Fachkräften, innezuhalten, Anspannung wahrzunehmen und neue Kraft zu schöpfen. So werden Selbstwahrnehmung, Selbstregulation und ein bewusster Umgang mit sich selbst und anderen im Alltag geübt.

Kleine Routinen mit langfristiger Perspektive

MeTAzeit integriert Bewegung, Atemübungen, Achtsamkeit und Meditation in den Schulalltag. Die Übungen finden regelmäßig statt und können je nach Situation aktivierend oder entspannend wirken. Sie lassen sich in bestehende Abläufe einbauen und werden zu gemeinsamen Ritualen.

Dabei geht es nicht um zusätzliche Aufgaben für ohnehin belastete Schulteams. Vielmehr sollen die Übungen helfen, mit Stress umzugehen, die Konzentration zu unterstützen und das Miteinander zu stärken. Kinder und Jugendliche lernen, ihre Bedürfnisse bewusster wahrzunehmen, sich nach belastenden Situationen zu regulieren und auch bei Schwierigkeiten handlungsfähig zu bleiben.

MeTAzeit richtet sich an unterschiedliche Schulformen und Jahrgangsstufen. Auch Kindergärten und andere Organisationen können Angebote nutzen, die an ihre jeweiligen Bedürfnisse angepasst sind.

Schulen begleiten und Pädagog stärken

Damit MeTAzeit dauerhaft Teil des Schulalltags werden kann, arbeitet die Organisation mit ganzen Schulteams. Die einjährige Prozessbegleitung verbindet Fortbildungen mit praktischer Unterstützung bei der Umsetzung. Voraussetzung ist, dass sich mindestens 30 Prozent des Kollegiums beteiligen.

Die Pädagog:innen lernen die Übungen kennen, erproben sie selbst und entwickeln Möglichkeiten, sie regelmäßig mit ihren Schüler:innen anzuwenden. Die Fortbildungen behandeln unter anderem Achtsamkeit, Atmung, Bewegung, Meditation, Selbstregulation und die Gestaltung einer achtsamen Schulkultur. Die Begleitung findet vor Ort oder online statt.

Ziel ist, dass die Schule die Übungen langfristig eigenständig weiterführen kann. Dafür stellt MeTAzeit unter anderem eine Kartenbox mit mehr als 80 Übungen und eine digitale App mit zusätzlichen Übungen und Audios zur Verfügung.

Ergänzend gibt es Angebote zur betrieblichen Gesundheitsförderung für pädagogische Fachkräfte. Auch Kindergärten können Workshops nutzen, um Bewegung und Achtsamkeit in ihren Alltag zu integrieren.

Erfahrungen aus der Forschung

Die Wirkung des ursprünglichen MeTAzeit-Programms wurde in einer Pilotstudie der Humboldt-Universität zu Berlin an zwei Berliner Grundschulen untersucht. Die Studie betrachtete unter anderem Konzentration, Wohlbefinden und Selbstregulation von Kindern.

Nach 13 Wochen zeigten sich bei den untersuchten älteren Grundschulkindern positive Effekte in verschiedenen Bereichen der Selbstregulation. Dazu gehörten ein besserer Umgang mit Belastung und die Fähigkeit, nach Misserfolgen handlungsfähig zu bleiben. Wegen der pandemiebedingten Schulschließungen musste die Untersuchung vorzeitig beendet werden. Langfristige Effekte konnten deshalb nicht ermittelt werden.

Die Ergebnisse liefern Hinweise darauf, wie regelmäßige Bewegung, Achtsamkeit und Meditation das Lernen und den Umgang mit Belastungen unterstützen können.

MeTAzeit für unterschiedliche Lebensbereiche

Neben der Arbeit mit Schulen entwickelt MeTAzeit weitere Angebote. Dazu gehören eine Ausbildung für Menschen, die die Methode in ihrem beruflichen Umfeld anwenden und andere dabei begleiten möchten, Workshops für Teams und Unternehmen sowie Angebote für die frühkindliche Bildung.

Mit Workshops zu den Inner Development Goals verbindet MeTAzeit persönliche Entwicklung mit Fragen nachhaltiger Veränderung. Im Mittelpunkt stehen innere Fähigkeiten wie Selbstwahrnehmung, Empathie und Zusammenarbeit, die Menschen dabei unterstützen können, die Herausforderungen unserer Zeit gemeinsam anzugehen.

MeTAzeit möchte dazu beitragen, dass Gesundheit, bewusste Selbstregulation und ein wertschätzendes Miteinander selbstverständlich zum Alltag gehören. Dafür verbindet die Organisation praktische Übungen mit Fortbildung, Prozessbegleitung und der Entwicklung nachhaltiger Routinen.