Beziehungen gestalten, Potenziale entfalten
Lernen gelingt dort, wo Menschen sich gesehen, angenommen und ernst genommen fühlen. Eine vertrauensvolle Beziehung schafft die Grundlage dafür, dass Kinder und Jugendliche sich einbringen, Neues ausprobieren und ihre Fähigkeiten entwickeln können. Für diese Haltung setzt sich die Helga Breuninger Stiftung ein.
Die von Dr. Helga Breuninger gegründete Stiftung arbeitet an einer Bildungskultur, die Potenziale erkennt, Beziehungen stärkt und Menschen zur Beteiligung ermutigt. Sie entwickelt dafür konkrete Ansätze und begleitet deren Umsetzung in der pädagogischen Praxis. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Beziehungslernen und der Frage, wie Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte eine Lernumgebung gestalten können, in der Vertrauen, Lernfreude und Zusammenarbeit wachsen.
Die Stiftung ist Teil der Breuninger Stiftungsgruppe und arbeitet an verschiedenen Standorten, darunter Stuttgart, Berlin und Paretz bei Ketzin. Neben der Bildungsarbeit beschäftigt sie sich mit Beteiligung und der Frage, wie Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen und Veränderung gestalten können.
Vom Problemblick zum Potenzialblick
Ein zentraler Ansatz der Stiftungsarbeit ist der Potenzialblick. Dabei geht es darum, Menschen nicht vorrangig über Schwierigkeiten, Fehler oder Defizite wahrzunehmen, sondern ihre Fähigkeiten, Interessen und Entwicklungsmöglichkeiten in den Blick zu nehmen.
Für den pädagogischen Alltag bedeutet das einen bewussten Perspektivwechsel. Statt vorschnell zu bewerten oder zu belehren, geht es darum, aufmerksam wahrzunehmen, was ein Mensch braucht, was ihn stärkt und wie er sich aktiv einbringen kann. Eine wertschätzende Haltung und die Bereitschaft, das eigene Handeln zu reflektieren, sind dafür entscheidend.
Dieser Ansatz richtet sich nicht allein an Kinder und Jugendliche. Auch Erwachsene brauchen Gelegenheiten, ihre Haltung zu überprüfen, neue Handlungsmöglichkeiten kennenzulernen und im Umgang mit schwierigen Situationen Sicherheit zu gewinnen.
intus³ Beziehungslernen
Mit intus³ Beziehungslernen hat die Helga Breuninger Stiftung gemeinsam mit Prof. Dr. Wilfried Schley und der Leadership Foundation ein Trainingsprogramm entwickelt, das Beziehungskompetenz in der pädagogischen Arbeit stärkt. Es entstand 2012 in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium Baden-Württemberg.
Das Programm richtet sich an Lehrkräfte, Lehramtsstudierende, Referendar und weitere pädagogisch Tätige. Es unterstützt sie dabei, die Wirkung des eigenen Handelns besser zu verstehen, Konflikte konstruktiv zu bearbeiten und eine vertrauensvolle Beziehung zu Kindern und Jugendlichen aufzubauen.
Die Grundlage bilden videobasierte Trainings, Reflexionsübungen und der Austausch über konkrete Situationen aus dem Schulalltag. In kurzen, inszenierten Videos werden typische Herausforderungen dargestellt. Die Teilnehmenden können unterschiedliche Reaktionen betrachten, eigene Handlungsmuster hinterfragen und neue Möglichkeiten erproben.
Heute verbindet intus³ diese Trainings mit digitalen Lernangeboten und KI-gestützten Reflexionshilfen. Die Module lassen sich im eigenen Tempo bearbeiten und durch Workshops, kollegiale Teamtrainings oder schulinterne Fortbildungen ergänzen. So kann Beziehungslernen sowohl in der individuellen Weiterbildung als auch in der gemeinsamen Entwicklung eines Kollegiums stattfinden.
Lernen braucht Beziehung
Beziehungslernen versteht pädagogische Beziehungen nicht als Ergänzung zum eigentlichen Unterricht, sondern als wesentliche Grundlage für gemeinsames Lernen. Kinder und Jugendliche, die sich wahrgenommen und anerkannt fühlen, können sich eher beteiligen, Vertrauen entwickeln und Verantwortung für ihren Lernprozess übernehmen.
Dafür braucht es Erwachsene, die auch in herausfordernden Situationen präsent bleiben, empathisch reagieren und das eigene Verhalten reflektieren können. intus³ unterstützt sie dabei, eingefahrene Muster zu erkennen und alternative Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Die Stiftung bietet dazu digitale Trainings, Fortbildungen, Workshops und Qualifizierungen für Trainer und Prozessbegleiter an. Ergänzend gibt es Angebote für Schulen und Bildungseinrichtungen, die Beziehungslernen gemeinsam im Team verankern möchten.
Wissen teilen und Beteiligung stärken
Über intus³ hinaus entwickelt die Helga Breuninger Stiftung weitere Angebote rund um Bildung, Lernfreude und Beteiligung. In ihrer Online-Akademie vermittelt sie Impulse, Methoden und Praxiswissen zu Beziehungslernen und gemeinschaftlichem Handeln. Gespräche mit Fachleuten, digitale Veranstaltungen und konkrete Methoden für den Alltag eröffnen unterschiedliche Zugänge zu den Themen.
Mit weiteren Projekten, Veröffentlichungen und dem Stiftungsmagazin NOOKEE macht die Stiftung Erfahrungen aus ihrer Arbeit zugänglich und bringt Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven zusammen. Auch die Frage, wie Beteiligung in Bildung und Gesellschaft gelingen kann, gehört zu ihren Arbeitsschwerpunkten.
Die Helga Breuninger Stiftung verbindet damit eine klare Haltung mit konkreten Lern- und Trainingsangeboten. Ihr Anliegen ist es, Menschen darin zu stärken, Beziehungen bewusst zu gestalten, Potenziale wahrzunehmen und gemeinsam Bedingungen zu schaffen, unter denen Lernen und Entwicklung möglich werden.
Mehr erfahren: Auf den Websites der Helga Breuninger Stiftung und von intus³ finden sich weitere Informationen zu den Projekten, Trainings, Fortbildungen und digitalen Lernangeboten.

